Naher Osten 2008

Nun war es soweit, es sollte dieses Jahr weit gehen. Das Reimo hatten wir im Frühjahr 2007 angeschafft und einige längeren Touren ausprobiert. Wir fühlten uns gut gewappnet, nun eine heftigere & intensivere Massnahme oder auch „Expedition“ zu wagen. Leider nur in der heißesten Jahreszeit hatten wir einige Wochen Zeit und wollten zur Levante. Die Lage in der Diktatur Assads war ruhig bzw. für Ausländer sogar sehr stabil. Etliche Reiseberichte anderer REIMO-Tourer fegten letzte Bedenken und die Planungen zu den ganzen TOP-Highlights wurde intensiviert.

DO 26.06.2008

Um 8 Uhr morgens bei 17°C ging es los. Mitten im Sauerland auf der A45 riß bei einer Passage einer Brückenschwelle unsere Frontscheibe leicht von unten ein! Nach einem Erholungsstopp im Outlet-Villige in Wertheim passierten wir gegen 18 Uhr die Grenze nach Österreich. Dort den österreichischen „ADAC“ konsultiert, der gab sein OK, mit der Scheibe ruhig zu fahren. Zerfallen oder schlimmeres würde nicht geschehen. Das fing ja gut an. Noch waren die Wege und Straßen top und jetzt schon macht das Material schlapp. Abends in Enns geparkt und in einem Gasthof am Marktplatz ein Länderspiel zwischen England und Russland der EM 2008 geschaut.

798 KM

NAHOST 918

FR 27.06.

Staufrei um Wien, durch die Hitze der ungarischen Puszta, bei Szeged getankt und in einem LIDL eingekauft. Der Weg zur rumänischen Grenze war zäh, die Grenzabfertigung zügig. Man muss nicht über Rumänien fahren, aber wir wollten mal einen Eindruck gewinnen und durchrollten so nun einen Zipfel dieses neuen EU-Staates.

Eine 3€-Vignette erworben und auf sehr guten Straßen gut vorangekommen. Unendliche viele Störche überall. Morgens noch im 21. Jahrhundert losgefahren, nachmittags im tiefen Mittelalter angekommen: Oftmals lange Straßendörfer, in denen vor jedem Gebäude eine Ziege oder eine Kuh neben den Obstbäumen angepflockt alles radial abgegraste, alte Muttchen schleppten Wassereimer vom Dorfbrunnen heim, klapprige Pferde-Fuhrwerke bremsten den Autoverkehr aus. In jedem Kaff ein Polizeiauto on duty. Eines hielt uns an. Aber alles ganz gut, wir sollten nur nicht mit Standlicht fahren, sondern richtiges Licht anschalten, wenns das nur ist   🙂

NAHOST 928

Über Temeschwar, Stadtsopp fällt aus, wir reisten weiter, näherten wir uns bald der serbischen Grenze. Die Grenze sah klassisch aus. Ein echter Schlagbaum in Dachlattenstärke versperrte das Weiterkommen. Komplikationsfreie Grenzkontrolle und direkt in einem serbischen Sonnenblumenfeld nach der Grenzanlage übernachtet; nachts nervte nur ein Gewitter.

 773 KM

NAHOST 978

Arabien 2008 Total

StepMap Arabien 2008 Total

SA 28.06.

Zügig gings durch Belgrad, wir nutzten nun wieder den klassischen Autoput, Nis war auch schnell hinter uns; die Gegend wurde armseliger mit erbärmlicher Behausungen für Menschen. Die bulgarische Grenze kam in Sicht, keine 30 Minuten dauerte die Abfertigung.  Bis Sofia leider keine Autobahn, sondern „Europastraße“ mit einer Fahrspur je Richtung und das mit dem Schwerlastverkehr, den Fuhrwerken, den alten Schrottkarren und den Löchern! Mehr als 95 KM/H haben wir uns nie getraut! Auf einer aufsteigenden Brückenrampe überholt uns plötzlich ein 40-Tonner, der uns und weitere 10 PKWs überholt, obwohl er keine Sicht zum Gegenverkehr haben konnte – unbeschreiblich!!! Kurz nach 19 Uhr standen wir an der riesigen Grenze zur Türkei bei Edirne. Rechts und links waren Fahrzeuge aus dem kompletten Ruhrpott. Alle Gastarbeiter machten Heimatvisite: DU; BO; DO; E; OB; MH! Die Kontrollzeremonien waren krass. Insgesamt mussten wir an 6 Stellen etwas tun. Schlimm waren aber die Wartespuren, mal 4, dann verengt auf 2, dann wieder auf 4, dann wieder schmaler!!!! Gegen Mitternacht parken wir an der Shell-Tankstelle auf der türkischen Seite  ruhig und fallen erschöpft, denn es ist nun richtig warm in die Laken.

823 KM

NAHOST 968

SO  29.06.

Hielten uns zügig südwärts und sahen dann die berühmten Dardanellen. Per kleiner Fähre tuckerten wir von Gallipolli in 40 Minuten nach Kleinasien. Gegen 14 Uhr hielten wir an den Ausgrabungsanlagen Tojas und durchstreiften das historische griechische Gelände. Insgesamt sind aktuell 41 Siedlungsspuren in 15 m Höhe nachweisbar.

Nach dem Geschichtsexkurs gings es gleich weiter, denn eigentlich sind wir ja noch immer im Prolog. Nach 2h weiterer Fahrt auf der (!) E87 bei Burhaniye auf dem ALTIN-Campingplatz eingeparkt und das Meer ausprobiert. Abends dann das EM-Endspiel Deutschland-England betrachtet, das die Deutschen nicht unverdient mit 0:1 verloren.

416 KM

NAHOST 1016

MO 30.06.

Ruhiger & später Start, noch gebadet und dann westwärts. Mittags waren es über 40°C. Gegen 17 Uhr dann in Pamukkale eingetroffen. Dort erstmal pausiert und als die Massen weg waren, sind wir die Terrassen hoch. Wasser sah man nur noch in Rinnsalen und die besten Zeiten hat die Anlage schon lange hinter sich. Trotzdem in die Becken zur Erfrischung gelegt! Die Nacht bei Denizli an BP-Tanke verbracht. Um 22 Uhr waren es um die 32°C.

464Km

NAHOST 860

DI  01.07.

Warum haben wir eigentlich Bettdecken mit? Braucht man wirklich nicht! Es ist mehr als warm. Durchs Hinterland und über einen 1460m Pass erreichten wir bei Alanya das Mittelmeer. Dort auf schlichten CP gegangen; außer uns noch 2 Womos. Baden im Meer tat gut; abends nur noch 24°C, die Meeresnähe läßt es besser aushalten.

406 KM

Mi 02.07.

Meer besucht, dann ostwärts und die Straße wurde zur Zumutung, nur Schotter und einspurig, aber hat den Europastraßenstatus. Rauf in die Berge und die Laune ist im Keller. Ab Mersin wirds autobahnähnlich mit Peage-Gebühr. Es dämmerte bereits als wir das fruchtbare Delta bei Iskenderun erreichten. Noch letztmals europäischen Diesel eingefüllt, wer weiß was kommen wird! Die türkische Grenzstation war schon dicht, aber wunderbarer Weise öffneten sie noch mal für uns. Kostenfrei und ruhig parkten und nächtigten wir im neutralen Grenzareal zwischen den Staaten.

633 KM

Arabien 2008 Detail

StepMap Arabien 2008 Detail

DO 03.07

Türkischer Zoll war easy, dann 3 Km durchs Niemandsland gefahren, bis die Syrer auftauchten. In einer Stunde dann eingereist, nur Dank von Hilfe eines Deutsch sprechenden und ebenfalls einreisenden Syrers:

  • Grüne Karte ausfüllen
  • Passkontrolle & Stempeln
  • Vermerk im Carnet de Passage, wie lange wir im Land bleiben dürfen
  • in einer Bank 105 € bezahlt und Quittungen samt Geldumschlägen bekommen
  • Versicherung abgeschlossen
  • Geldwechseln
  • Stempel in Carnet de Passage erhalten
  • nochmals Passkontrolle

Es ging weiter. Orient, wir (aus dem Okzident) sind nach der langen Anreise endlich da.

 syrische Versicherungk

Die Erwartung an Straßenschilder waren nicht groß und trotzdem es gab wirklich fast keine. Nur mit physischer Landkarte wurde es eine  – gewollte – Herausforderung. Die gesuchte alte Römische Straße gesucht und nicht gefunden. Daher weiter, über Idlib, Saraqeb über Maarat-an-Nu`man nach Ruweiha. Alles verwahrlost, obwohl Siedlung aus dem 6.Jahrhundert – außer Ziegen und Schafen interessierte es keinen.  Auf nach Aleppo, der Verkehr war beherrschbar und in Paris oder Rom schlimmer; nah an Zitadelle geparkt und losgestapft. In den gemauerten Suqs war es schön kühl und die Händler waren zurückhaltend aufdringlich. Angenehm und inspirierend. Besuch der Zitadellle und des Inneren. Das Hammam war leider schon geschlossen, da es nach 18 Uhr war. Das Womo gestartet und am Flughafen aufgetankt. In der Nähe dort am Siedlungsrand geparkt und frei genächtigt. Wir sind natürlich exotisch und eine Sensation, alles kommt gaffen. Die Nacht war sehr warm.

244 KM

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FR  04.07.

Was einem so unterwegs ins Auge fällt: Das karge Land wird unterschiedlich bearbeitet, mal wurd mit Tieren, dann mit Traktoren oder auch Planierraupen gepflügt. Alles in allem, aber doch überwiegend archaisch. Auf der 6-spurigen Autobahn kam einem alles entgegen – mal rechts, mal links, alles egal: Fußgänger, Mulis, total überladene Motorräder oder die sehr populären Dreirad-Lastwägelchen. Toll auch die asiatischen Pick-ups mit 20 Frauen auf der Ladefläche! Alternativ auch auf 2 Ebenen Schafe in Gattern.

Ostwärts ging es in die steinige Wüste und die Sonne gewann sehr rasch an Höhe und somit stieg die Hitze flott. Das Beste war dann alle Fenster auf und FAHRTWIND!!!!!!

Die Sandstreifen neben der Straße nahmen zu und die Häuser  hatten nun eine kubische Form. Die ersten Windfahnen mit Sand überholten uns. Wir bogen südwärts ab, und stoppten nach 25 Km und einem (!) Flug über einen unsichtbaren Drempel mit 90Km/h – alle Räder waren in die Luft und alle Staufächer sind neu sortiert!

Wir stoppen allein in Resafa, das im Wesentlichen nur das alte Sergiopolis ist. Dort tolle komplette Stadtmauer erhalten, Basilikareste und eine imposante bekletterbare unterirdische gemauerte Zisterne für 160000 Kubikmeter = 160 000 000 Liter gefunden und erforscht!

Danach entlang des Euphrat getuckert und einmal zum schwer bewachten Assad-See auf den Staudamm gefahren.

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Über Deir-ez-Zor ging es 200 Km durch die Wüste und gegen den Wind ins sagenumwobene Palmyra. Unterwegs, etwa 70KM vor Palmyra, sehr zwielichtige Beduinengestalten mit Kalaschnikows am Wegesrand, die uns zum Stoppen aufforderten, ich wollte nicht und habe Vollgas gegeben. Eigentlich ging es nur mit 95 KM/H, aber jetzt flog das WOMO sogar 115 KM/H. Wir hatten Glück, oder hatten es falsch interpretiert, niemand folgte uns. Gegen 18 Uhr sicher im Palmenhain des CP unterhalb des Tempels angehalten. Sofort in den schlichten Betonpool gesprungen, tat sooooo gut. In der Dämmerung durch die Ruinen gebummelt und noch mal ins Wasser, der Brunnen für den Pool war schwarz gebohrt und zapfte direkt Grundwasser an. Da abends Wind aufkam, war es bei 24°C gut auszuhalten.

624 KM

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SA 05.07

Ruhiger Tag; Pool besucht, gegen 10 Uhr allein in der Säulenanlage gelaufen. Im Schatten gekühlt und nachmittags den Baal-Tempel besucht. Am Pool den Tag ruhig ausklingen lassen.

0 KM

 

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SO 06.07.

Aufbruch & ausgecheckt, d.h. 10€ pro Nacht bezahlt und die Grabtürme am Ortsrand noch visitiert. Der Dieselverbrauch ist extrem, vermutlich weil er keine Qualität hat. Etliche Tankstellen sind aufgegeben und irgendwann muss unser erster Reservekanister dran glauben. Kurz drauf etwa 35 km vor der Hauptstadt eine Tanke, die geöffnet hatte. Der Tankwart rauchte sich eine Gedrehte mit der linken Hand und mit der rechten steht er da und wartet mit dem Tankrüssel in der Hand. Wir haben komplett gefüllt und es explosionsfrei überstanden; Diesel ist ja auch schwer entzündlich!  Der Sprit kostete um die 0,20€/Liter.

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In Damaskus auf dem versteckten CP untergekommen. Dieser liegt in einem Gewerbegebiet im Westen, nah an der Autobahn. Platz fast leer und wir starteten nach 17 Uhr per Taxi den Stadtbesuch. Internetcafé aufgesucht und durchs christliche Stadtviertel geschlendert. Abends auf Dachterrasse des ELLISARS in leichtem Wind gut französisch gespeist.

Die Nacht war angenehm, nur der Muezzin war ambitioniert und klaute etliche Schlafminuten  😦

260 KM

MO 07.07.

Per Taxi in die Innenstadt Damaskus, um die Moschee und die Suqs zu besuchen. Die Umayaden-Moschee war gewaltig, geschichtsträchtig und ein Augenschmaus. Im Inneren steht der Sarkophag des Johannes des Täufers.

Wieder am Platz bemerkten wir einen platten hinteren Reifen. Mit Hilfe des Platzwartes fanden wir eine Werkstatt und konnten dann in der Werkstatt mit seiner dolmetscherischen Hilfe am Telefon auch alles regeln. Loch wurde klassisch gestopft, nachdem ein 6cm langer Metallstift, wie von einem Moniereisen, senkrecht aus dem Mantel gezogen worden war. Das Bezahlen war lustig. Denn wir wussten die Summe nicht. Sie wurde uns zwar aufgeschrieben, aber arabische Zahlen konnten wir nicht lesen, auch wenn wir in Europa eigentlich immer hören, dass wir lateinische Buchstaben und arabische Ziffern haben. Pfiffig wie er war, holte der Monteur sein Handy raus und tippte die Zahl ein und hielt uns stolz das Display hin. Aber da war nun in sauberer Druckschrift in Arabisch die Zahl. Ich zeigte auf unser Nummernschild und machte deutlich, dass wir diese Zahlen bräuchten und dann wurde uns die Summe in bekannten Ziffern bekanntgegeben. Mit Trinkgeld hat der Spaß um die 6€ gekostet!

Abends noch bis Bosra gefahren und dort in der Nähe der Moschee und des Hippodroms geparkt. Man behelligte uns nicht, bloß der Muezzin hatte eine sehr kräftige Stimme!!!

186 KM

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DI  08.07.

Da um 8 Uhr angenehme 24°C herrschten besuchten wir früh das Theater, dass aus schwarzem Gestein von den Römern konstruiert worden war.

Zügig rüber zu Grenze bei Deraa , die Syrer waren flott und die Jordanier haben länger gebraucht. Der Grenzübergang war auch kleiner. An Formalien mussten wir eine Passgebühr, eine Versicherung für umgerechnet 50€ abschließen und 20€-Gebühr zahlen. Beim Einkauf fielen die deutlich höheren jordanischen Preise auf, allerdings sind auch die Straßen sofort erheblich besser gewesen.

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jordanische Versicherungk

In Jerash in der großen Mittagshitze erstmal geruht und dann die antike Anlage von Jerash besucht. Unserem Sohn ging es nicht gut, daher war der Stopp in der jordanischen Hauptstadt Amman nicht mit einem Besuch der Stadt verbunden. Wir reisten später weiter und parkten im Dunkeln bei Madaba ein und zwar so, dass wir frei, eben und sicher vom medialen lauten Muezzingesang ruhen konnten.

184 KM

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MI  09.07.

Ohne Frühstück los, sondern oben auf Berg Nebo etwas gegessen. Historische Stätten kostenpflichtig besucht und dabei die tolle frische Brise und gute Aussicht von oben genoßen.

Von da an gings abwärts. Da wir in Seh-, Schuß-  und Hörweite zu Israel waren, nahmen die Kontrollen zu. Drei Checkspoints passierten wir allein bei dieser Abfahrt. Mitten im Gebirge erreichten wir die Höhe 0 über NN. Es ging dann weiter runter und da sahen wir unter der Dunstglocke das Tote Meer. Da alle den Jordan so melken, kommt nicht mehr genug Wasser im See an, so dass durch zusätzliche Verdunstung der Wasserspiegel jährlich um die 5m sinkt. Das Wasser war pippiwarm und ölig. Das Bad, welches kein richtiges war, wurde schnell öde, da normales Schwimmen nicht möglich war und man so aufpassen musste, dass man kein Wasser schluckte oder in die Augen gespritzt bekam. Also aufgesessen und durch die Wüste, immer an der vermintennicht gekennzeichneten israelischen Grenze lang, zum Roten Meer gedonnert: Die Belohnung war der Fahrtwind – man kann so schnell glücklich werden! Auch hier 5 Checkpoints. Durch Aqaba durch, nicht ohne noch schnell ein Eis zu essen und bis 9 km vor die saudische Grenze gefahren. Eingekehrt im kaum belegten Bedoin Garden Village, wo nebenan Womos mit Stromanschluss stehen können. Pool und Barbesuch ist inklusive! Am späten Nachmittag ging ich zum Meer und schnorchelte im Japanese Garden und bestaunte eine irre Tierpracht. Taucher sollen gelockt werden, daher sind dort ein Panzer und Schiffe bewußt vom Staat versenkt worden; derKönig ist sehr tauchaffin.

340 KM

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DO 10.07.

Unruhiger Morgen. Wir schreckten hoch. Böllerschüsse waren zu hören. In Eilat, direkt gegenüber in Israel wird morgens immer militärische Stärke geschossen. Der Krieg ist hier noch nicht Vergangenheit. Heiße Nacht, der Kühlschrank wurde seinem Namen nicht mehr gerecht; wir leerten das sogenannte Eisfach, damit der Inhalt nicht kaputt geht. Tagsüber kommt der Kühlschank nicht mehr an die 20°C-Marke ran. Tagsüber sind es draußen an die 52°C im Schatten und die kaputte Frontscheibe steht in der Sonne und der Riß wurde länger. Entweder im Meer oder im Pool geht der Tag um.

0 KM

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FR 11.07.

Mit Schnorcheln fing der Tag gut an. Sah einen Schwarm Thunfische mit 15 Tieren, allerdings keine der dortigen Meeresschildkröten, da sie zu tief leben sollen. Nachmittags zum Wadi Rum los. Dort 5-h-Jeep-Tour mit Beduinen für Morgen gebucht. Standen frei neben der Touriinfo.

99 KM

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SA  12.07.

Nacht in der Wüste war kühl und so sehr angenehm. Um 6 Uhr holte uns der Beduine im offenen Jeep ab und wir düsten in den Sand. Mal Geröllwüste, mal Sandstücke, dann rote Sandflächen, Petroglyphen an Felsen, tolle Naturbrücken und natürliche die baulichen Reste der Unterkunft vom Lawrence von Arabien.

Nach dem Mittag zogen wir weiter: Über den Kings Highway nach Wadi Musa. Bei moderaten 36°C ging es dann am späten Nachmittag in die imposante Felsenstadt Petra. Bis zur Dämmerung stromerten wir durchs nun leere und ruhige (!) Gelände. Die Bauwerksmaße sind gewaltig. Der abseits gelegene Tempel Kathedrale-el-Deir hat 50m x 40m. Alles war in den Fels gemeißelt.

119 KM

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SO  13.07.

Wecken um 5.30 Uhr und ohne Frühstück auf in die Anlage Petras. Eine berauschende Stille und lange Schatten setzten alles in ein ganz ungewohntes Bild. Die Verkäufer waren noch nicht auf und man konnte allein alles in Ruhe entdecken. Oben auf den Bergspitzen konnte man bis Israel schauen und die ersten Menschen ließen sich erst gegen 8.30 Uhr blicken. Gegen 12 Uhr wieder am Reimo wurde der Motor gestartet, in einer Werkstatt noch mal der Luftdruck gecheckt und dann über den Desert Highway fort. Die nächste Tankstelle suchte ich in nach dem Kreditkartenzeichen aus. Beim Bezahlen hiß es aber, oh, dass ist in Planung. Aber es gab Lösungen. Im Jeep des Chefs wurde ich zu einem Bankautomaten gebracht und alle waren umgehend zufrieden. Quer durch Amman, ohne Halt, ging es nun östlich in die Einöde. Wir hielten am Wüstenschloss  Qasr-al-Harrana, wo wir sogar eine kostenlose Führung bekamen. Die Touristenmengen hier waren sehr überschaubar – es gab kaum welche.

Lediglich 16 weitere KM dahinter gings final für heute bis zum Wüstenschloss Qasr Amra. Direkt davor genächtigt. Still, sicher und angenehm geruht.

352 KM

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MO  14.07.

Schloß mit wahnsinnigen tollen, uralten Deckenfreskos besichtigt und bestaunt.

Syrien rief wir steuerten durch menschenleeres Land und reisten wieder in die Assad-Diktatur ein. Wir hatten extra zuvor ein Visum mit mehrfacher Einreise geordert; ursprünglich wollten wir per Fähre aus Israel nach Europa, aber diese Linienverbindung gab es nicht mehr. Die Aus- und Einreise nach Syrien dauerte hier 2 Stunden.

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Überall in Syrien waren abseits der großen Siedlungen einfache Zelte bzw. Zeltsiedlungen zu sehen. Dort waren primitiv Tausende von Irakkriegsflüchtlingen untergebracht.

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In Damaskus angekommen, hatten wir ein Erlebnis der abartigen Art. Aufgrund der Hitze war natürlich bei der Fahrt jedes Fenster offen. Im Stau in Damaskus rotzte mich ein Junge einfach so durchs Fenster an! Wir mussten noch mal zur Werkstatt. Dieses mal kannten wir den Weg, bloß das Wenden auf der vielspurigen Autobahn war kompliziert, aber es gelang. Dieses Mal wurde der Vorderreifen in 15 Minuten in Ordnung gebracht. Danach noch im Restlicht bis Homs. Wir bummelten mit den Hunden durchs gedämmerte Homs und bestaunten 5 Norias, das sind die riesigen knarrenden uralten Wasserschöpfräder. Die Stadt war voller Menschen. Wir fühlten uns manchmal wie Moses, als er das Meer teilte: Sobald die syrischenFrauen und Kinder unseren angeleinten Terrier sehen, sprangen sie kreischend zur Seite und die Meute teilte sich. Hunde sind exotisch. Bei einem innerstädtischen Polizeirevier standen wir in der Nähe eines Gewässers gut; nur der Ventilator musste die ganze Nacht arbeiten  😦

479 KM

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DI  15.07.

Stadtbummel bei Tageslicht und Weiterfahrt Richtung Westen. Unterwegs Visite von sogenannten Bienenstockhäusern. Dann rauf und es war wirklich extrem steil. Mein syrischer Höhepunkt, die Mutter aller wehrhaften Burgen: Kraq de Chavalier.

Die Burg war ästhetisch, vollkommen und liegt komplett auf einem Bergkamm. Es windete stark und so war es wohlig temperiert. Anschließend bleiben wir ein paar Meter weiter am Hotel La Round Table stehen und nutzen gegen Entgelt das spartanische Hotelzimmer zum Duschen; der Preis war gering. Die Nacht zusammen das erste und einzige Mal mit einem anderen WOMO gestanden; dieses war ein Unimog aus Stadthagen auf dem Weg zur Afrikadurchquerung. Die Nacht war mit 21°C angenehm.

186 KM

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16.07.

Lange noch mit dem Weltenbummler gequatscht und dann nach Latakia los. Wir mussten noch Briefmarken kaufen. Die Außenwelt soll ja Postkarten bekommen, aber wir fanden die Post nicht. Dann sprachen wir einen Polizisten nach dem Weg an und der forderte einen x-beliebigen Syrer auf, uns den Weg zu zeigen und so gelangten wir dorthin.

An der sogenannten syrischen Cote d`Azur wollten wir im Mittelmeer baden. Einen Meereszugang fanden wir lediglich durch das Hotel Cham Palace. Die Nacht wollten wir wieder frei in Strandnähe nördlich von Ugarit stehen, doch angebliche Polizisten mit irgendwelchen Ausweisen wollten, dass wir fortfuhren. Später rollten wir dann brav weg, da alles doch dubios war.

219 KM

 17.07.

Zur Grenze in die Türkei waren es nur noch 32 KM. Als wir morgens losrollten, sauste ein Wagen vorbei und alle Insassen gestikulieren wie wild. Wir verstanden es nicht. Dann kam der Grenzübergangsprozeß. 25€ Dieselausfuhrsteuer und Gebühren in geringem Maße. Die türkischen Grenzer waren auf alle Fälle noch schneller: Alles zusammen unter einer Stunde. Jetzt entdeckte ich an meinem Alkoven die Ursache für die morgendliche Winkerei. Wegen der Wärme haben wir nachts immer das Alkovenfenster ganz weit aufgestellt und dafür den originalen Bügel losgeschraubt. Dadurch ist nur noch eingehangen gewesen. Beim Start ist es dann runtergefallen und wir haben es da gelassen. Nun war es zu spät, da wir schon ausgereist sind. Also ging es nun in die Heimat ohne seitliches kleines Fensterchen – es war ja Sommer und trocken!

In der Türkei kamen wir gut voran. Guter Asphalt und über Autobahnen ging es nach Kappadokien. Zwischendurch steil rauf auf über 1000m Höhe. Am frühen Abend besichtigten wir die etwa 1000 v. Chr. gebaute Untergrundstadt Derinkaya. Sie ist in mehreren Etagen übereinander durchlöchert, aber mit riesigen Belüftungsschloten versehen. Sehr anders und sehenswert. Danach steuerten wir noch bis zum Kaya CP von Görreme.

563 KM

NAHOST 3252

18.08.

Nachts waren es nur noch 14°C, wir suchten die Bettdecken und deckten uns mal wieder zu. Den Morgen am Pool verbracht. Spätnachmittags dann die Höhlen mit eingebauten orthodoxen Kapellen samt farbkräftiger Fresken besichtigt.

0 KM

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19.07.

Heimreise nach Norden, Passage von Ankara und gegen 17 Uhr fuhren wir über die Bospurus-Brücke ins europäische Istanbul hinein. Elendige Suche nach einem CP, jeder gefragte Türke gab uns andere Hinweise. Entnervt fragten wir Taxifahrer und die verrieten uns, dass es keinen CP derzeit in Istanbul gäbe. Sie lotsen uns zu ihrem Wohnviertel (Ataköy), wo wir bei Schrebergärten ruhig nächtigen.

783 KM

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20.07.

Morgens war der Vorderreifen platt. Die Taxijungs liehen uns eine manuelle Pumpe, später eine elektrische aber es wirkte nicht viel. An Tankstelle dann prall maschinell aufgefüllt.  Wagen am Wasserrand geparkt und zu Fuß losgestiefelt zum Basar, Topkapipalast und zur Hagia Sophia. Später zurück am Wagen dann unters Auto gekrochen und den Reservereifen abgemacht und gewechselt!

Per Autobahn dann zügig zur bulgarischen Grenze. Fällige Mautgebühr zahlten wir immer gemischt passend in Lira & Euros. In der Türkei noch mal getankt, der Tankwart wollte uns da betuppen, aber wir waren wach. Ausreise dauerte keine 10 Minuten. Die Bulgaren benötigten eine Stunde für unseren Einlass, da auch noch desinfiziert wurde. Noch vor Sonnenuntergang Sofia erreicht und in der City etwas abseits an einer OMV-Tanke gestanden.

631 KM

21.07.

Früh los, Einreise nach Serbien und dort besondere intensive Kontrolle des Fahrzeugunterbodens! In Kroatien kamen dann WOLKEN! Also jetzt mussten wir unseren Alkoven retten. Unter einer Brücke gestoppt und mit Tape und Plastiktüten versucht, das Fenster zu simulieren. Aber der Wind bei 110 km/h knatterte so, dass die Fahrt nun zur Lärmhölle wurde. Auf wenigen slowenischen Kilometern Autobahn nach Westen abgedreht, nicht ohne dafür 35 € Wegelagerungsabgabe zu löhnen! Über Triest dann nach Italien rein und versucht in Grado auf den CP Villagio Touristico Europa zu kommen. Aber, alles voll. Die Nacht also vorm Platz kostenfrei geparkt.

1079 KM

22.07. – 25.07.

Ab mittags dann doch noch ein Plätzchen gefunden und in den Pool. Die nächsten Tagen erholten wir uns dort. Das Meer war nicht zum Baden geeignet, zu flach und nur Tang. Per Bus Ausflug ins nette Grado unternommen. Erst später bemerkten wir, dass wir unter einer harztropfenden Kiefer parkten und diese unsere Markise bräunlich volltropfte. Insgesamt kein schöner Platz und dafür mit 55€ pro Tag ein sehr teurer CP.

0 KM

26.07. – 30.07.

Abreise, wir sind unruhig und wollen weniger Trubel. Im nahen westlichen Caorle versucht auf CP unterzukommen, aber natürlich auch hier Hochsaison und voll. Allerdings fanden wir einen kleinen freien Platz auf dem kommunalen CP Caorles.

Die Tage verbrachten wir ruhig mit Lesen, Planschen im Meer, Bummeln im Ort. Leihen uns ein Radritschka für 4 Personen später ein Tretboot mit integrierter Rutsche! Dann auf dem vollen und benachbarten CP noch Bekannte aus NRW getroffen. Abends bis zum Ende des Lido bis Punta Sabbione gefahren und dort frei auf Parkplatz gestanden.

198 KM

31.07.

Ganz früh mit Personenfähre nach Venedig rein. Es sah nach Gewitter aus. Bummel durch die Lagunenstadt und mit Linenboot eine schöne und günstige Rundtour um die Stadt gemacht! Am späten Mittag wieder im Wagen, um den Hund zu erlösen, denn Venedig kannten wir schon, so dass die paar Stunden für eine Auffrischung der Erinnerung genügten. Abends noch über Land bis Bassano gereist. In der Nähe der hölzernen Brücke am Brentaufer frei gestanden.

 146 KM

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NAHOST 1035

01.08.

Um7.30 Uhr ging der Motor an und in Trento rollten wir auf die Autobahn. Durch Österreich und durch Kempen ging es heimwärts. Leider regnete es in Bayern, aber der Alkoven wurde nicht wirklich nass. Nach 37 Tagen sowie 1500 Liter verbrannten Diesels, die uns 2077 € kosteten, auf insgesamt 11966KM steuerten wir wieder gesund und munter auf unseren vertrauten heimischen Parkplatz.

Lediglich Durchfälle haben uns in den letzten Wochen mal gestört.

Super tolle Erfahrungen gesammelt, nette freundliche Menschen getroffen, grandiose Orte besucht, tiefe Erinnerungen gewonnen!

1022 KM

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